Preisverleihung

 

Preisverleihung1

Preisverleihung2

Preisverleihung3

Prix Pierre Denoix für Meerwind e.V.

Wind statt Jammer

Segeln mit krebsbetroffenen Frauen und Männern


Der Verein Meerwind e.V. wurde auf dem Deutschen Krebskongress 2014 in Berlin mit dem Prix Pierre Denoix ausgezeichnet. Der Preis wird von der Deutschen Krebsgesellschaft gemeinsam mit Pierre Fabre Onkologie verliehen und unterstützt Personen oder Gruppen, die sich um die psychosoziale Betreuung von Krebsbetroffenen verdient gemacht haben.

Vor fünfzehn Jahren entstand die Idee eine Gruppe krebsbetroffener Frauen und Männer über sechs Monate hinweg besonders intensiv zu begleiten. Das Herzstück der Gruppenarbeit, die seit dem jedes Jahr stattfindet ist ein einwöchiger Segeltörn auf einem niederländischen Plattbodenschiff. Alle sollen sich an Bord abgesprochen fühlen mit an zu packen und sich mit der Krankheit oder nach der Krankheit wieder etwas zuzutrauen. Sei es beim Setzen der Segel oder beim Wendemanöver, sei es in der Kombüse oder beim Klar-Schiff-Machen.

Das gemeinsame Tun und der frische Meerwind lässt die Strapazen der Erkrankung eine zeitlang vergessen. Ein neues Lebensgefühl darf aufsteigen. Dabei geht es nicht darum die belastenden Erfahrungen zu verdrängen, sondern im Gegenteil, sie aufzuarbeiten, um dann mit neuem Lebensmut auch wieder in den Alltag zurück zu kehren.

"Es ist schon eine besondere Erfahrung gemeinsam in einer Gruppe Krebsbetroffener ein großes Segelschiff auf Kurs zu bringen.", erzählt Hartmut Magon, der Initiator dieser psychoonkologischen Gruppenarbeit "und es ist schön zu sehen, dass viele Teilnehmer in dieser Zeit wieder zu sich selbst kommen und dabei auch ihren eigenen Kurs wieder finden." Dazu dienen Gespräche und vielen Anregungen, die die Teilnehmer während der Reise bekommen. Oft machen sie an Bord Erfahrungen, die helfen das Erlebte besser zu verstehen und die Krebserkrankung besser zu verarbeiten.

Das Schiff mit dem Heimathafen Enkhuizen trägt den Namen "Eensgezindheid", das heißt "Einigkeit". "Ein wirklich guter Name für das, was wir nun bereits seit vielen Jahren mit Krebsbetroffene tun", meint Hartmut Magon, "denn Menschen mit teilweise schweren Krankheitserfahrungen finden in den Gruppen zueinander und unterstützen sich nach ihren Möglichkeiten gegenseitig." So haben schon viele Frauen und Männer von der fachlich angeleiteten Gruppenarbeit profitiert. Psychoonkologisch geschulte Ärzte, Therapeuten oder Sozialarbeiter begleiten die Teilnehmer/-innen über ein halbes Jahr und sind auch an Bord jederzeit ansprechbar.

Viele Freunde und Förderer haben die Arbeit des Meerwind e.V. bereits unterstützt. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von 5.000 Euro, gestiftet von Pierre Fabre Onkologie ist eine willkommene Hilfe, um die Kosten der Reise für die Teilnehmer zu reduzieren. Denn schließlich soll man als Krebsbetroffener auch teilnehmen können, wenn man sich eine solche Reise sonst nicht leisten könnte. Meerwind freut sich über diese Förderung und bedankt sich bei den Verantwortlichen.